Die Hor­mo­ne, die am Mecha­nis­mus des andro­ge­ne­ti­schen Haar­aus­falls betei­ligt sind, sind männ­li­che Hor­mo­ne, die Andro­ge­ne genannt wer­den. Die Ant­wort auf die Fra­ge “Wie Andro­ge­ne Kahl­heit ver­ur­sa­chen?” ist nicht ein­fach. Andro­ge­ne haben einen tief­grei­fen­den Ein­fluss auf ver­schie­de­ne bio­lo­gi­sche Mecha­nis­men. Sie üben ihre Wir­kung aus, indem sie mit spe­zi­fi­schen Rezep­to­ren inter­agie­ren, die sich auf Zell­mem­bra­nen oder in Zel­len befin­den, wie alle ande­ren Hor­mo­ne auch. Meh­re­re Arten von Andro­ge­nen kön­nen einen ein­zel­nen Haar­fol­li­kel beein­flus­sen, und ver­schie­de­ne Arten von Haar­fol­li­keln in ver­schie­de­nen Regio­nen der Haut spre­chen auf unter­schied­li­che Wei­se auf das glei­che Andro­gen an. Zum Bei­spiel reagie­ren Haa­re in der Ach­sel­höh­le auf Andro­ge­ne, indem sie wach­sen, wäh­rend Haa­re in der Kopf­haut als Reak­ti­on dar­auf her­aus­fal­len.

Stress und Haarausfall

Man mag sich fra­gen, was ist los in der Welt? Haben wir einen Haar­aus­fall ent­wi­ckelt, wäh­rend wir im All­tags­stress unter­ge­hen? Es gibt jede Men­ge Spe­ku­la­tio­nen, von denen die wich­tigs­ten im Fol­gen­den auf­ge­lis­tet sind:

In den kahl­haa­ri­gen Berei­chen der Kopf­haut von Pati­en­ten mit andro­ge­ne­ti­schem Haar­aus­fall ist die Anzahl der Andro­gen­re­zep­to­ren in einem ein­zel­nen Haar­fol­li­kel höher als nor­mal. So wird der Andro­id-Spie­gel im Blut­strom einen aus­ge­präg­te­ren Effekt von Andro­ge­nen (auch Haar­aus­fall) haben, als des­sen Spie­gel höher als nor­mal ist.
Bei Haar­fol­li­keln mit kahl­köp­fi­gen Per­so­nen ist die Emp­find­lich­keit von Rezep­to­ren gegen­über Andro­ge­nen höher als nor­mal, was wie­der­um zu einem aus­ge­präg­ten Effekt von Andro­ge­nen (das bedeu­tet Haar­aus­fall) in nor­ma­len Men­gen führt.
Die Akti­vi­tät des Enzyms 5-alpha-Redukta­se ist im Bereich der Glat­ze höher und wech­selt zu einem Tes­to­ste­ron in Dihy­dro­tes­to­ste­ron um. Je höher der Teil von DHT ein Tes­to­ste­ron; des­to schnel­ler ist der Haar­aus­fall.

Altern und Haarausfall

Es soll­te berück­sich­tigt wer­den, dass selbst das Vor­han­den­sein von bei­den not­wen­di­gen Genen und Hor­mo­nen nicht aus­reicht, um andro­ge­ne­ti­schen Haar­aus­fall zu ver­ur­sa­chen. Der Haar­ver­lust­pro­zess benö­tigt auch Zeit, wäh­rend der emp­find­li­che Haar­fol­li­kel männ­li­chen Hor­mo­nen aus­ge­setzt wer­den. Die Zeit, die für die­se Art von Haar­aus­fall erfor­der­lich ist, vari­iert von einem Indi­vi­du­um zum ande­ren. Die Ent­wick­lung des männ­li­chen Haar­aus­falls ist abhän­gig von dem gene­ti­schen Aus­druck einer Per­son und der Höhe der Andro­ge­ne in sei­nem Blut.

Selbst wenn es kei­ne Ver­an­la­gung für andro­ge­ne­ti­schen Haar­aus­fall gibt, wer­den die Haa­re, wenn sie älter wer­den, will­kür­lich sowohl in der Län­ge als auch im Durch­mes­ser schrump­fen. Die­ser Vor­gang wird als Minia­tu­ri­sie­rung bezeich­net. Als Ergeb­nis wer­den minia­tu­ri­sier­te Haa­re abge­ge­ben und die tat­säch­li­chen fol­li­ku­lä­ren Ein­hei­ten neh­men ab.

Die Struktur deiner Haare

Unse­re Haar­struk­tur besteht haupt­säch­lich aus dem zähen Pro­te­in Kera­tin. Unse­re Haar­fa­sern haben jedoch eine Struk­tur, die aus meh­re­ren ver­schie­de­nen Schich­ten besteht.

Die drei ver­schie­de­nen Schich­ten sind die Kuti­ku­la, die aus meh­re­ren Schich­ten von fla­chen, dün­nen Zel­len besteht. Der Kor­tex, der das Kera­tin ent­hält, gebün­delt in einer zell­ähn­li­chen Struk­tur und die Medul­la, ein unor­ga­ni­sier­ter und offe­ner Bereich im Faser­zen­trum.

Jede Schicht spielt eine Rol­le in der Cha­rak­te­ris­tik unse­rer Haa­re. Die Medul­la ist nicht immer vor­han­den und ist eine offe­ne, unstruk­tu­rier­te Regi­on.

Die Cor­tex, oder mitt­le­re Schicht des Haa­res, ist die pri­mä­re Quel­le für mecha­ni­sche Stär­ke und Was­ser­auf­nah­me. Der Kor­tex ent­hält Mela­nin, das die Faser färbt und die Far­be Ihres Haa­res bestimmt, basie­rend auf der Anzahl, der Ver­tei­lung und den Arten der Mela­nin­gra­nu­la. Die Form die­ser Fol­li­kel bestimmt die Form der Kor­tex, und die Form der Faser bezieht sich dar­auf, wie gera­de oder lockig das Haar ist.

Men­schen mit glat­tem Haar haben run­de Haar­fa­sern, und Men­schen mit ova­len und ande­ren geform­ten Fasern nei­gen dazu, mehr wel­li­ges oder locki­ges Haar zu haben.

Die Kuti­ku­la ist die äuße­re Hül­le des Haa­res, sei­ne Struk­tur glei­tet, wenn das Haar anschwillt und mit einer ein­zi­gen mole­ku­la­ren Schicht bedeckt ist, die das Haar was­ser­ab­wei­send macht.

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